This 3D Illustration showing a man in a MRT machine

Die Dynamische Echtzeit-MRT ermöglicht die Darstellung von Bewegungen in zwei Ebenen ohne Wartezeiten in Bildserien von bis zu 50 Aufnahmen pro Sekunde. Ein Anwendungsbeispiel ist die Darstellung der Kiefergelenkbewegungen bei funktionellen Kaustörungen, der Zungenbewegungen beim Stottern und des Schluckaktes bei Dysphagie. Über Echtzeit-Feedback ist eine Korrektur und Normalisierung der Bewegungsmuster möglich, so Jens Frahm vom Max-Planck Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. T1-gewichtete Bilder mit sehr kurzer Messzeit (STEAM-MRT) erfassen das gesamte Gehirn in 3-Millimeter-Schichten binnen 2,5 Minuten, was zur Akutdiagnostik von hoher Relevanz sein könnte. Weitere Anwendungen sind schnelle bewegungsinerte Volumendarstellungen, Flussmessungen in Echtzeit und artefaktfreie Diffusions-MRT.

Point-of Care Apoplex-Bildgebung mittels Magnetic Particle Imaging (MPI)

Das MPI ist eine schnelle Methode zur Darstellung von Gefäßen und Perfusionsprozessen mit hoher räumlicher (1 mm) und zeitlicher (20 ms) Auflösung bei hoher Sensitivität. Ziel der Entwicklung ist die Point-of-Care-Schlaganfall-Bildgebung und die zielgerichtete inter­ventionelle Therapie am Patientenbett. Die dreidimensionale Magnetfeld­modulation ermöglicht es, partikel­konjugierten rTPA zielgenau an den Thrombus zu lenken. Auch Katheterspitzen lassen sich im Tiermodell bereits berührungsfrei im Gefäßsystem navigieren. Ein mobiler MPI-Scanner zur klinischen Anwendung ist in Entwicklung. Peter Ludewig, Hamburg-Eppendorf, erwartet, dass dieser bereits in naher Zukunft in interventionellen Studien erprobt werden kann.

Dynamische Messungen des Liquorflusses

Bei Liquorflussmessungen mittels Echtzeit-MRT ist wegen der hohen zeitlichen Auflösung kein kardiales Gating erforderlich. Wie Steffi Dreha-Kulaczewski, Universitätsklinikum Göttingen, darlegte, lassen sich atemabhängige Liquorflüsse intrakraniell im Aquädukt und entlang des gesamten Spinalkanals in sagittaler und transversaler Ebene mit hoher zeitlicher Auflösung darstellen. Bei Inspiration findet sich ein kranial gerichteter Fluss, bei Exspiration erfolgt die Umkehrung in kaudaler Richtung. Erste klinische Anwendungen werden für die Hydrozephalus-Diagnostik erwartet.

Komplexe Schmerznetzwerke

Die kortikospinale fMRT ist eine Methode zur Untersuchung zentraler Schmerznetzwerke. Schmerzmodulatorische Prozesse beeinflussen die kortikospinale Konnektivität. Wie Alexandra Tinnermann, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, darlegte, gilt dies sowohl für die objektive Beeinflussung mittels Opioiden als auch für die Nocebo-induzierte Modulation der Schmerzempfindung.

Quelle: DGN 2021 „Next Generation Imaging“, 05.11.2021, 12:15-13:45